Raum zum Arbeiten

Rund ein halbes Dutzend Mitarbeitende bearbeitet mit ArchiCAD hier jene Projekte, die in einer späteren Phase von der Clausiusstrasse aus realisiert werden. Architekt und CAD-Spezialist Steffen Mader: «Mir gefällt es, dass wir von der Ausführung getrennt sind, weil man in seinen Entwurfsgedanken so ein bisschen freier ist. Wichtig ist aber, dass die Schnittstelle zu unseren ausführenden Kollegen klar definiert ist und sie mit demselben CAD-Programm auf unseren Daten weiterarbeiten können.» Der Wechsel auf ArchiCAD geschah auf Wunsch der Entwurfsabteilung im Rahmen der Auslagerung. Kleinere Projekte entwickelt das Team individuell, grössere fast immer gemeinsam. Auch diesbezüglich haben sie mit ArchiCAD beste Erfahrungen gemacht, obwohl sich das Entwerfen in diesem Büro nicht nur auf das umfassende CAD-Werkzeug beschränkt, sondern gesamtheitlich gesehen wird: Über Skizzen (von Hand oder am Bildschirm), Pläne und Raumbilder (ArchiCAD), Fotos (ab Digitalkamera) sowie mit Modellen (aus der eigenen Werkstatt) nähert sich das Team dem Resultat an, das in genau definierter Form an die Kolleginnen und Kollegen der Ausführungsabteilung am anderen Limmatufer oder in die Filiale nach Deutschland übergeben wird. Der Austausch erfolgt auf dem gemeinsamen Datenserver (nur die Backups laufen lokal), für den Dialog über grössere Distanzen steht das digitale Telefon mit integrierter Kamera zur Verfügung.

3D als wichtige Komponente der Arbeit

«Visualisierungen sind für uns auf diesem Weg etwas sehr Ent- scheidendes. Einerseits wird 3D von den Bauherren heutzutage einfach erwartet. Und andererseits ist das für uns selber ein sehr wichtiges Element in unserer Arbeit», erklärt Steffen Mader: «Darum machen wir das von Grund auf in allen Phasen des Entwurfs, und nicht etwa erst am Schluss für die Präsentation!» Mader zeigt mit ein paar Handgriffen und Maus-Klicks am Bildschirm, wie ArchiCAD Änderungen zwischen der zwei- und dreidimensionalen Welt nachführt und mit dem Entwerfer mitdenkt. Oder wie man Lichtstimmungen und Farbkonzepte im virtuellen Raum ausprobieren kann. Sonnenverläufe und Einfallswinkel testet er ebenfalls im ArchiCAD: «Das ist so einfach. Du musst ja nur die Koordinaten eingeben. Das Programm macht den Rest!»

Das Programm ausreizen

Steffen Mader kommt aus der handwerklichen Praxis und bildete sich auf dem zweiten Bildungsweg zum Architekten aus. In seiner Freizeit tüftelt er gerne am Computer. Er macht sich einen Sport daraus, sehr realitätsnahe Visualisierungen zu generieren. Dabei weiss er genau, welche Werkzeuge für welchen Arbeitsschritt eingesetzt werden müssen, um den Aufwand in vertretbaren Grenzen zu halten: «Wenn ich einen Raum darstellen will, komme ich mit ArchiCAD schon sehr weit. Für die letzten Details und das Tuning der Farben wechsle ich ins ‚Cinema 4D’», so seine Arbeitsmethodik. Oder er platziert ein in ArchiCAD aufgebautes 3D-Objekt via «Cinema 4D» in eine reale Foto und kombiniert es im «Photoshop» mit Vordergrundelementen aus der Bibliothek. Wenn die Betrachter unsicher sind, ob das nun eine Foto oder eine Visualisierung ist, dann ist Mader zufrieden.

 

Roland Eggspühler, medienschaffender Architekt ETH SIA