Geländer-Werkzeug

Geländer-Werkzeug

Mit dem Geländer-Werkzeug erstellen Sie Absturzsicherungen und Treppengeländer direkt im Modell – flexibel und ohne Einsatz von Bibliothekselementen.

Geländer können mit Treppen, Decken oder anderen Bauteilen verknüpft werden und passen sich automatisch an deren Geometrie an. Dabei steuern Sie sowohl die gestalterische Ausprägung als auch die konstruktiven Details über klar definierte Einstellungen und Muster.

Das Geländer-Werkzeug ist ähnlich hierarchisch aufgebaut, wie Sie dies z. B. vom Treppen- oder Fassaden-Werkzeug kennen. Rechts sind die einzelnen Geländerbestandteile abgebildet. Sie werden im Kapitel Geländerbestandteile im Detail erklärt.

Elementverknüpfung

Geländer können assoziativ mit folgenden Elementen verknüpft sein:

  • Treppe
  • Decke
  • Freifläche
  • Wand
  • Dach

Assoziatives Platzieren eines Geländers

  1. Wählen Sie das Geländerwerkzeug, so kann im Infofenster die Assoziativität gewählt werden. Prüfen Sie, dass beide Werte (Knoten- und Segmentassoziativität) auf Assoziativ stehen (Bild 1).

  2. Fahren Sie mit dem Mauszeiger auf den Startpunkt des Elements, an dem das Geländer beginnen soll. Warten Sie, bis die blaue Referenzlinie erscheint (Bild 2) und definieren Sie mit einem Klick den Startpunkt.

  3. Fahren Sie mit dem Mauszeiger auf den Endpunkt und warten Sie erneut, bis die blaue Referenzlinie erscheint (Bild 3). Schliessen Sie mit einem Doppelklick ab.

  4. Im Beispiel erhalten Sie als Ergebnis ein mit der Treppe assoziativ verknüpftes Geländer (Bild 4), das sich bei späteren Änderung der Treppengeometrie ebenfalls anpasst.

Mit mehreren Elementen verknüpftes Geländer

Ein Geländer kann gleichzeitig auf unterschiedliche Elemente assoziativ verknüpft sein.

  1. Gehen Sie gleich vor wie oben beschrieben, jedoch beenden Sie das Geländer am oberen Knotenpunkt der Treppe nicht per Doppelklick, sondern klicken nur einfach, um es entlang der Decke weiterzuführen.

  2. Bei jedem weiteren Richtungswechsel setzen Sie mittels einfachem Klick einen Knotenpunkt, sofern ArchiCAD den Richtungswechsel nicht bereits automatisch erkennt.

  3. Prüfen Sie vor dem Abschluss, dass die blaue Referenzlinie sichtbar ist, und schliessen Sie am gewünschten Endpunkt das Geländer per Doppelklick ab.

Wichtig: Nur wenn sowohl am Anfang als auch am Ende die blaue Referenzlinie abgewartet wird, kann ein assoziatives Geländer erstellt werden. Dieses passt sich jederzeit den zugehörigen Elementen an, z. B. wenn sich die Geschosshöhe (und somit die Treppe) ändert oder wenn die Geometrie der Decke nachträglich verändert wird.

 

Tipps:

  • Blenden Sie alle nicht benötigten Elemente aus.
  • Navigieren Sie mit dem Orbit während dem Erstellen, um alle Knotenpunkte zu sehen.

Richtungswechsel

Wenn Sie Geländer assoziativ über mehrere Ecken setzen, bei welchen unterschiedliche Wege zum Ziel führen, können Sie den automatisch vorgeschlagenen Weg anpassen, indem Sie die TAB-Taste verwenden.

  • Legen Sie den Mauszeiger auf den Zielpunkt, so dass die Vorschau des Geländers angezeigt wird.

  • Wechseln Sie mit der TAB-Taste zwischen den Vorschlägen.

Modelldarstellung

In der Modelldarstellung kann global gesteuert werden, welche Berstandteile der im Projekt vorhandenen Geländer sichtbar bzw. ausgeblendet sein sollen. Zudem lässt sich der Detaillierungsgrad aller Geländer global steuern.

  • Gehen Sie ins Menü Verwaltung / Modelldarstellung / Modelldarstellung erstellen.

  • Öffnen Sie das Register Geländer-Optionen, um die gewünschten Anpassungen vorzunehmen.

Wie auch für die Treppe kann beim Geländer die Darstellung für Grundriss-Symbole global gesteuert werden.

  • Öffnen Sie das Register Detaillierung für Treppen- und Geländersymbole in der Modelldarstellung.

  • Steuern Sie die Grundrissdarstellung für sichtbare- und verdeckte Teile.

Geländerbestandteile

Die einzelnen Geländer-Bestandteile - gegliedert in Segmente und Knoten - werden im Weiteren genauer erläutert. Beachten Sie, dass sich die Einstellungen teilweise wiederholen und überschneiden. Es wird folglich nur auf wesentliche Einstellungen eingegangen. Einleitend wird jeweils erwähnt, was die primäre Eigenschaft des Bestandteils ist.

Geländer-Einstellungen

Im obersten Register der Einstellungshierarchie definieren Sie Präferenzen, welche für das gesamte Geländer gelten.

  • Definieren Sie die Einsetzhöhe zur Referenzkante / zum Ursprungsgeschoss.

  • Übernehmen Sie für das Grundriss-Symbol die Einstellung der zugewiesenen Treppe, falls das Geländer auf einer Treppe gezeichnet ist.

  • Ansonsten steuern Sie die Einstellungen, soweit möglich, immer über die Modelldarstellung.

Die Register Grundriss-Symbolüberschreibung und Bruchsymbol-Einstellungen benötigen Sie somit nur dann, wenn keine Treppe verknüpft oder sonst individuelle Einstellungen gebraucht werden.

Segmente

Segmente sind Teile des Geländers, welche zwischen zwei Knoten platziert werden. Ein Segment hat eigene Einstellungen bezüglich Muster und Höhe und kann verschiedene Geländerkomponenten enthalten, auf welche folglich eingegangen wird.

  • Wählen Sie Segment, um die Grundeinstellungen vorzunehmen.
  • Im Vorschaufenster sehen Sie den Bereich eines Segments hell hervorgehoben (1).
  • Definieren Sie die Segmenthöhe (2). Hinweis: Verwenden Sie das untere Eingabefeld, wenn Sie das Geländer seitlich befestigen.
  • Das Segment kann einen Versatz von der Referenzlinie aufweisen. Beispielsweise ebenfalls, wenn das Geländer seitlich befestigt wird (3).
  • Die Musterverteilung legt fest, wie die Elemente im Segment aufgeteilt werden (4):
    • In Teilungen (4.1): Geben Sie die Teilungsanzahl ein.
    • Feste Musterlänge (4.2): Definieren Sie, ob mit dem Muster begonnen werden soll, ob es mittig begonnen, mittig ausgerichtet oder mit dem Muster abgeschlossen wird. Vergleichen Sie mit der Abbildung.
    • Gleichmässig verteilen (4.3): Definieren Sie die maximale Länge des Musters.
  • Ist das Geländer einer Treppe zugewiesen, kann die Musterlänge den Trittstufen angepasst werden (5).

1. Handlauf

Der 1. Handlauf bildet den oberen Abschluss des Segments:

  • Sie können maximal einen 1. Handlauf einsetzen.
  • Die Einsetzhöhe ist nicht veränderbar, da diese von der Segmenthöhe vorgegeben ist.
  • Um den 1. Handlauf zu entfernen oder hinzuzufügen, verwenden Sie die Plus-/Minus-Symbole in der Vorschau.
  • Im Register 1. Handlauf - Einstellungen kann der Handlauf-Typ gewählt werden:
    • Mit Gurt haben Sie viele Einstellmöglichkeiten bezüglich Schnittform.
    • Der Integrierte Gurt bietet weniger Einstellungen und ist deswegen einfacher zu handhaben.
    • Das Omegaprofil eignet sich für eine Wandmontage des Handlaufs.
    • Verwenden Sie Profiliertes Geländer, wenn Sie im Profil-Manager eine eigene Schnittform vorgezeichnet haben.

Unter 1. Handlauf Komponenten-Einstellungen finden Sie die detaillierteren Einstellungen. Hinweis: Die Einstellungen variieren, je nach gewähltem Handlauftyp.

  • Stil und Abmessungen: Form, Masse, Oberfläche und Zubehör (Fixierungen etc.)
  • 2D-Darstellungen: Definieren Sie die Grundrissdarstellung.
  • 3D-Darstellungen: Hier stellen Sie Baustoffe, Materialien etc. ein.

2. Handläufe

Die zweiten Handläufe, auch "seitliche Handläufe", werden seitlich am Geländer fixiert und können verwendet werden, wenn der 1. Handlauf nur als Geländerabschluss und nicht als Handlauf verwendet wird. Unter bestimmten Umständen ist die Ausführung eines 2. Handlaufes Pflicht.

  • Maximal 2 seitliche Handläufe sind möglich.
  • Die Einsetzhöhe ist flexibel und der Abstand von der Referenzlinie kann eingestellt werden. Wählen Sie, ob der 2. Handlauf
    • links,
    • rechts oder
    • beidseitig montiert wird.
  • Die restlichen Einstellungen sind identisch wie für den 1. Handlauf.

Gurte

Der Gurt ist ein horizontales Element, welches das Segment trennt. Damit haben Sie die Möglichkeit, die Geländerbestandteile über oder unter dem Gurt abzuändern.

  • Sie können beliebig viele Gurte platzieren.

  • Bedenken Sie, dass Geländerstäbe oder Paneele durch das Einfügen eines Gurtes getrennt werden. Folglich können Sie unterschiedliche Geländerstäbe oder Paneele verwenden.

  • Gurte können als Trennelement auch unsichtbar eingesetzt werden.

  • Wie beim 2. Handlauf kann die Höhe und der Abstand von der Referenzlinie definiert werden.
  • Weitere Einstellungen sind vom Gurttyp abhängig und sind somit identisch wie beim 1. Handlauf.

Innenpfosten

Der Innenpfosten befindet sich zwischen den Segmentknoten (im Vergleich zum Pfosten, welcher sich am Knoten befindet). Somit trennt der Innenpfosten die Segmente vertikal.

  • Die Innenpfosten sind getrennt von den Pfosten zu betrachten.

  • Innenpfosten können unsichtbar platziert werden, z. B. um die Segmente zu trennen ohne einen physischen Pfosten zu platzieren.

  • Definieren Sie den Abstand vom vorherigen Pfosten (1). Wichtig: Dies definiert gleichzeitig die Segmentlänge!
  • Legen Sie fest, ob als Pfosten ein einzelner oder doppelter Innenpfosten platziert wird (2).
  • Die Abstände von oben und unten können ebenfalls festgelegt werden. Wenn der Innenpfosten beispielsweise von unten nur bis zu einem Gurt oder oben zwischen Handlauf und Gurt sein soll (3).

Für Innenpfosten haben Sie wiederum viele Einstellmöglichkeiten, je nach Pfosten, den Sie wählen:

  • Klicken Sie im Menü Innenpfosten-Einstellungen auf das Dropdown-Menü, um den Innenpfosten zu wählen.

  • Je nach Pfosten, den Sie wählen, haben Sie verschiedene Einstellungen unter Innenpfosten Komponenten-Einstellungen zur Verfügung. Beispielsweise die Form, Materialisierung, Abmessungen, Zubehör, 2D- und 3D-Darstellungen.

Geländerstäbe

Geländerstäbe sind ein Muster innerhalb des Musters. Die Geländerstäbe werden automatisch berechnet, so dass Sie einen Stab setzen und folglich die restlichen anhand des Abstands berechnet werden. Das Muster enthält in der Regel zwei Sets von Geländerstäben.

  • Geländerstäbe haben keine Halterungen.
  • Ist bereits ein Paneel platziert, kann kein Geländerstab platziert werden.
  • Platziert werden Sie innerhalb des Segments oder zwischen Gurt und 1. Handlauf.
  • Die Anzahl ist begrenzt durch:
    • den Abstand vom vorherigen und
    • die Stabmusterverteilung (maximale Musterlänge)
  • Definieren Sie den Abstand vom Segment-Oberteil zur Oberkante und den Abstand von unten zum Gurt (1).
  • Legen Sie die Abstände fest:
    • von der Geländer-Referenzlinie (2.1)
    • vom Musteranfang (links; 2.2)
    • vom Musterende (rechts; 2.3)
  • Die gesamte Musterlänge legen Sie unter Stabmuster-Verteilung und Position fest (3). Sie haben hier ähnliche Einstellmöglichkeiten wie unter Segment, mit welchen Sie die Anzahl und Verteilung der Stäbe steuern.

Wählen Sie unter Geländerstab-Einstellungen wieder die Pfostenart und nehmen Sie dann die Einstellungen bezüglich Form, Material, Darstellung etc. wie gehabt unter Geländerstab Komponenten-Einstellungen vor.

  • Je nach gewähltem Geländerstab-Typ haben Sie unterschiedliche Einstellungen zur Verfügung.

  • Definieren Sie den Abstand vom vorherigen Geländerstab(set).

  • Eigene, mit dem Profil-Manager erstellte Geländerstäbe können mit dem Typ Profilierter Pfosten hinzugefügt werden.

Paneele

Ein Paneel weist im Grundsatz ähnliche Eigenschaften auf, wie die Geländerstäbe. Es kann sich ebenfalls über die gesamte Segmenthöhe erstrecken.

  • Wenn bereits Geländerstäbe definiert sind, kann kein Paneel hinzugefügt werden.

  • Paneele werden (wie Geländerstäbe) zwischen Innenpfosten oder Gurten platziert.

Die Einstellungen sind hier gleich wie bei den Geländerstäben:

  • Abstände von oben und unten (1).
  • Horizontaler Versatz, Abstand von Musteranfang (links) und Musterende (rechts) (2).
  • Die Einstellungen unterscheiden sich, je nach Paneeltyp. 
    Empfehlung: Verwenden Sie für grösstmögliche Flexibilität den Typ Geländer-Paneel.

 

Im Register Paneel Komponenten-Einstellungen machen Sie die Zubehör- und darstellungsabhängigen Einstellungen:

  • Definieren Sie die Fixierungen an den Innenpfosten oder Gurten.

  • Erstellen Sie einen Rahmen.

  • Machen Sie 2D- und 3D-Darstellungseinstellungen wie z. B. die Materialisierung in den entsprechenden Registern.

Knoten

Knoten sind Punkte an den Enden der Geländersegmente. An jedem Knoten befindet sich mindestens ein Pfosten.

  • Legen Sie den Versatz fest. Diese Einstellung ist nur für statische Knoten relevant (1).

  • Anzahl der Pfosten: Definieren Sie, wie viele Pfosten pro Knotenpunkt platziert werden sollen (2).

  • Die Art der Segmentverbindung kann (je nach Geländertyp) für den Übergang zu einer Treppe verstellt werden (3/4)

  • Die Musterkontinuität legt fest, ob Ihr Muster ohne Unterbrechung über den Knoten hinausgeführt wird (5). Das funktioniert nur, wenn die benachbarten Segmente das gleiche Muster verwenden.

Pfosten

Der Pfosten wird, anders als der Innenpfosten, an jedem Knotenpunkt des Geländers platziert (die Innenpfosten werden nach eingestelltem Muster platziert). Ein Pfosten kann natürlich identisch eingestellt werden, wie der Innenpfosten.

  • Wählen Sie den Typ unsichtbar, wenn Sie keinen physischen Pfosten platzieren möchten.
  • Definieren Sie die Höhe des Pfostens mit den Abstandseinstellungen oben- und unten.

Die detaillierten Einstellungen sind abhängig vom Pfostentyp, den Sie auswählen:

  • Definieren Sie die Einstellungen bezüglich Form, Materialisierung, Fixierungen, 2D- und 3D-Darstellung im Menü Pfosten Komponenten-Einstellungen.
  • Um einen eigenen, zuvor im Profil-Manager gezeichneten Pfosten einzusetzen, wählen Sie Profilierter Pfosten.

Verbindungen

Handläufe und Gurte werden zwischen den Segmenten automatisch verbunden. Für diese Verbindungsstücke können separate Einstellungen vorgenommen werden.

 

Wählen Sie zuerst den Gurt aus:

  • 1. Handlauf
  • 2. Handlauf 1
  • 2. Handlauf 2
  • Gurt

Wählen Sie die Verbindungsart:

  1. Nicht verbunden: Gurte werden getrennt. Optional kann eine Verlängerung (oder Verkürzung) hinzugefügt werden.

  2. Schwanenhals: Angrenzende Gurte werden mit einem Schwanenhals aus horizontalen und vertikalen Teilen verbunden. Geben Sie auf der rechten Seite die Werte für Verlängerung und Radius ein.

  3. Direkte Verbindung: Beide Gurte werden verlängert und dann verbunden. Definieren Sie rechts die Werte für die Verlängerung und Radien.

 

Tipp: 

Die automatischen Verbindungen folgen immer der Treppengeometrie, wenn das Geländer assoziativ gesetzt ist. Wenn die Verbindungen nicht passen, müssen die Geländersegmente einzeln aufgezeichnet und verlängert / verkürzt werden.

 

Im Beispiel rechts sehen Sie eine massive Brüstung, welche aufgrund unpassenden Verbindungen in drei einzelnen Geländern gezeichnet wurde.

  • Verwenden Sie die blaue Referenzlinie für Anpassungen.
  • Erstellen Sie Hilfsschnitte, um die Geländerlängen anzupassen.

Bei Geneigtes Geländer können Sie mit der zweiten Option in einem geneigten Geländer ein horizontales Stück hinzufügen.

  • Definieren Sie die Distanz / Radius für die Verbindung.
  • Die Verbindungen können ein separates Oberflächenmaterial aufweisen.

 

Enden

Für die Enden haben Sie ähnliche Einstellungen, wie für die Verbindungen:

  • Wählen Sie zuerst den Gurt (Handläufe oder Gurte).
  • Definieren Sie das Abschlussstück:
  1. Verlängerung
  2. Kurve
  3. Komplette Rückleitung
  4. oder weitere, je nach gewähltem Handlauf/Gurt.

Auf der rechten Seite definieren Sie die Werte des Abschlusses. Von oben nach unten:

  • Überstand
  • Richtung und Radius des Abschlussstücks
  • Winkel des Abschlussstücks
  • Distanz für den Abschluss

Tipp: Im Bild sehen Sie die Einstellungen des Geländerabschlusses auf dem Bild rechts.

  • Definieren Sie zusätzlich den Abschluss bei geneigten Geländern.

Für den Geländerabschluss kann ebenfalls ein Typ ausgewählt werden. Passen Sie das Abschlusselement dem Handlauf / Gurt an.

  • Die (typabhängigen) Einstellungen finden Sie im Register Handlauf/Gurt Komponenten-Einstellungen.
  • Beachten Sie die Positionierung (3. Wert bei den Massen, s. Bild rechts).

Tipp

Sie können die Enden auch verwenden, um den Gurtabschluss bei einem seitlich montierten Geländer unten zu definieren:

  • In den Geländereinstellungen gehen Sie zu Enden und wählen Sie oben das entsprechende Element (im Beispiel handelt es sich um den Gurt).

  • Wählen Sie Horizontal unter Geneigtes Geländer und definieren Sie den Wert der Verschiebung (im Bsp. 0.40).

  • Bestätigen Sie mit OK, wird das Geländer entsprechend hochgezogen.

  • Im Bearbeiten-Modus kann der Anfangspfosten auf dieselbe Höhe gezogen werden.

 

Da diese Einstellung global für alle Enden gemacht wurde, müssen Sie gegebenenfalls andere Enden separat anpassen:

  • Aktivieren Sie das Geländer und gehen Sie in den Bearbeiten-Modus.

  • Aktivieren Sie das Ende und löschen Sie es.

Geländer-Favoriten

Dank verschiedener Geländerbestandteile kann nahezu jeder Geländertyp erstellt werden. In der Favoritenliste finden Sie viele übliche Geländer, welche bereits voreingestellt sind. 

Tipp: Verwenden Sie immer einen Favorit als Ausgangsbasis, um Ihr eigenes Geländer zu erstellen.

Bearbeitungsmodus

Verwenden Sie den Bearbeitungsmodus zum Aufrufen und Ändern der individuellen Bestandteils eines ausgewählten Geländers (Pfosten, Innenpfosten, Geländerstäbe, Oberer Handlauf, seitliche Handläufe, Gurte und Paneele).

 

Aktivieren Sie ein Geländer, können Sie auf die blaue Schaltfläche Bearbeiten klicken und das gesamte Geländer oder dessen Sub-Elemente bearbeiten.

 

  • Es öffnet sich ein am oberen linken Bildschirmrand ein Navigationsfenster, in welchem die einzelnen Geländerbestandteile ein- bzw. ausgeblendet werden können.

Gesamtes Geländer bearbeiten

Wenn Sie an der Geometrie des gesamten Geländers etwas anpassen möchten, gehen Sie folgendermassen vor:

  • Im Bearbeitungsmodus öffnen Sie das Auge vor Segmente und Knoten, stellen Sie alle anderen Geländerbestandteile auf unsichtbar, indem Sie das Auge schliessen.
  • Sie sehen jetzt das Schema des Geländers (blau die Segmente, schwarz die Knoten).

Jetzt können die Segmente/Knoten bearbeitet werden:

  • Aktivieren Sie den obersten Knoten.
  • In der Pet-Palette wählen Sie den Befehl Geländer fortsetzen.
  • Das Segment kann folglich beliebig verlängert werden.
  • Denken Sie daran, die blaue Linie abzuwarten, um die weiteren Knotenpunkte assoziativ abzusetzen.

So können verschiedene Bearbeitungen am Segment vorgenommen werden, z. B.:

  • Das Einfügen von Knotenpunkten über die Petpalette: Klicken Sie zuvor auf die Geländer-Referenzlinie. Dadurch wird automatisch ein weiterer Pfosten (siehe Geländerbestandteile / Knoten) eingefügt.

  • Höhenanpassung eines  Paneels, etc.

Eigene Segmente und Knoten erstellen

Wenn ein Geländer über mehrere Punkte / Ecken modelliert wird (siehe Elementverknüpfung), erstellt ArchiCAD über das gesamte Geländer ein Segment. Für die Bearbeitung muss dieses unter bestimmten Umständen getrennt werden, damit einzelne Segmente separat bearbeitet werden können.

  • Auf dem Bild rechts sehen Sie die Geländerstäbe des gesamten Elements.
  • Machen Sie einen Rechtsklick auf das aktive Geländer und wählen Sie Unabhängige Segmente und Knoten erstellen.

  • Jetzt können die neuen Segmente, welche zwischen Knotenpunkten erstellt werden, separat bearbeitet werden. Im Beispielbild werden die Geländerstäbe und Pfosten gelöscht, so dass an der Wand nur ein Handlauf entlangführt. Und dies, ohne dass mehrere verschiedene Geländer gezeichnet werden müssen.

Wichtig: 
Wenn eigene Segmente definiert wurden, kann folglich nicht mehr das ganze Geländer bearbeitet werden.

  • Öffnen Sie die Geländer-Einstellung, so sind jetzt die bearbeiteten Segmente und/oder Knoten mit einem Warndreieck versehen.

  • Sie können die Einstellungen zurücksetzen, indem Sie unten auf Eigene Segmente/Knoten zurückstellen klicken.

Wenn Sie die eigenen Elemente nicht gesamthaft zurücksetzen möchten, müssen Sie die Elemente zwingend einzeln bearbeiten:

  • Aktivieren Sie das Geländer und klicken Sie auf Bearbeiten.
  • Folglich können Sie alle Elemente des Geländers einzeln bearbeiten.

3D Fixpunkte

Bearbeiten Sie Gurtabschlüsse und Verbindungen direkt im 3D-Fenster mit 3D-Fixpunkten:

  • Aktivieren Sie das Geländer und gehen Sie in den Bearbeiten-Modus.

  • Aktivieren Sie das Ende.

  • Wählen Sie in der Petpalette den passenden Befehl (Ausweiten, Winkel, Radius, etc.)

    Tipp: Je nach gewähltem Fixpunkt haben Sie verschiedene Optionen zur Auswahl.

  • Verlassen Sie den Bearbeiten-Modus wieder.

GDL und Profil-Manager

Wie für die Treppe, so können auch für Geländer eigene Elemente erstellt werden. Sie haben auch hier die Möglichkeit, eigene Elemente mit dem Profil-Manager vorzuzeichnen oder als GDL gespeicherte Elemente dem Geländer hinzuzufügen. Es folgen hierzu einige Beispiele:

Beispiel 1: Eigenen leuchtenden Handlauf mit dem Profil-Manager erstellen

Sie können für alle Pfosten, Handläufe, Gurte und auch Paneele eigene Profile zeichnen und diese anschliessend zuweisen. 

 

Beachten Sie folgende Punkte, da selbst für eigene Profile Zubehör mit eingeblendet werden kann:

  • Zeichnen Sie das Profil am Ursprung (Bild 1). Die Position hat Auswirkungen auf Wand-/Treppenfixierungen, Abschlussprofile und weiteres Zubehör.

  • Weisen Sie dem Profil bereits korrekte Oberflächen zu, weil diese nachträglich nicht mehr separat bearbeitet werden können (Bild 2).

Im Beispiel (Bild 2) wurde ein Geländer mit integriertem Lichtband modelliert, das mit dem Material Leuchtmittel gleich ins Profil integriert wurde.

  • Weisen Sie das Profil folglich im Handlauf zu (Bild 3) und fügen Sie nach Bedarf Zubehör hinzu (Wandfixierungen: Bild 4).

  • Der Geländerabschluss wurde mit den integrierten Profilen im Geländerwerkzeug unter Knoten / Enden hinzugefügt (Bild 5).

Beispiel 2: Eigene Geländerstäbe als GDL-Objekt erstellen

Eigene Elemente können auch als GDL-Objekte modelliert und abgespeichert werden. Dies hat den Vorteil, dass der Formgebung im Vergleich zum Profil-Manager keinerlei Grenzen gesetzt sind. Der Aufwand ist deshalb jedoch auch ein wenig grösser. 

 

Wichtig:

  • Sie können eigene Geländerpfosten und Paneele speichern.
  • Vormodellierte GDL-Geländerpfosten sind für Innenpfosten, Geländerstäbe und Pfosten verfügbar.
  • Die Elemente werden, egal ob Pfosten oder Paneel, im Grundriss als Aufsicht gezeichnet (stehend).
  • Geländer-Pfosten sind, wenn diese im Grundriss einseitig länger/kürzer gezeichnet sind, immer parallel zur Y-Achse zu zeichnen.

  • Geländer-Paneele sind parallel zur X-Achse aufzuzeichnen.

Vorgehen:

  • Zeichnen Sie das Element vor, beispielsweise im Schnitt.

  • Überlegen Sie sich vor dem Speichern, ob das Element als Geländer-Pfosten oder Geländer-Paneel gespeichert werden soll und bedenken Sie die Ausrichtung zur X-, bzw. Y-Achse (s. oben).

  • Gehen Sie dann in den Grundriss oder in das 3D-Fenster und aktivieren Sie das Element.

  • Im Menü Ablage / GDL-Objekte / Auswahl sichern als... / Geländer-Pfosten oder Geländer-Paneel können Sie das Element speichern.

  • Vergeben Sie einen sinnvollen Namen.

  • Definieren Sie die Oberflächenmaterialien. Diese können auch später noch verändert werden.

  • Weisen Sie das GDL im entsprechenden Einstellungsdialog zu. Wenn es z. B. ein Geländerstab ist, unter Geländerstäbe / Geländerstab-Einstellungen.

  • Unter Individuelle Einstellungen können Sie darstellungstechnische Anpassungen machen.

  • Definieren Sie in den Muster-Einstellungen die Länge und Verteilung entsprechend Ihrem vorgezeichneten Element.

  • Im Beispiel wurde ein Element vorgezeichnet, welches seitlich an der Treppe montiert wird und entsprechend neben der Treppen-Referenzlinie eingesetzt und nach unten gezogen wird. Siehe Bild.

 

Beispiel 3: Eigene Leuchten als Geländerpfosten auf Freifläche platzieren

Da das Geländer-Werkzeug auf Freiflächen-Elemente assoziativ ist, kann es auch für andere Zwecke verwendet werden, für welche eine bestimmte Regelmässigkeit und Assoziativität vorausgesetzt sind. Als Anwendungsbeispiel wird folgend erläutert, wie Sie eigene Lampen als GDL-Geländerpfosten auf dem Gelände entlang eines Weges platzieren können.

1. Freiflächen-Kante erzeugen

Als ersten Schritt generieren Sie auf der Freifläche eine Kante, entlang welcher die Elemente platziert werden sollen. 

 

Wichtig:

  • Pfosten werden immer an Knotenpunkten platziert.

  • Wenn Sie Innenpfosten oder Geländerstäbe verwenden, so werden diese zwischen den Knotenpunkten automatisch generiert.

  • Sollen die Elemente in einem regelmässigen Abstand platziert werden, müssen Sie eine Linie mit regelmässigen Segmenten auf der Freifläche erzeugen. Ansonsten werden die Elemente einfach auf die Segmentlänge aufgeteilt.

 

Vorgehen:

  1. Zeichnen Sie die gewünschte Linie im Grundriss mit dem Spline-Werkzeug vor.

  2. Im Menü Optionen / Zauberstab-Einstellungen geben Sie eine eigene Segmentierung ein. Im Beispiel 1.00 m.

  3. Wählen Sie dann das Freiflächenwerkzeug, aktivieren Sie die Freifläche und klicken Sie mit dem Zauberstab auf den Spline.

  4. Kontrollieren Sie im Grundriss oder 3D-Fenster, ob die Linie der Freifläche hinzugefügt wurde.

2. Leuchte als GDL-Element modellieren und abspeichern

Im nächsten Schritt muss ein Element als GDL gespeichert werden, so dass es für das Geländer-Werkzeug verfügbar ist. 

Tipp: Sie können auch bestehende Bibliothekselemente einsetzen und neu speichern.

  1. Aktivieren Sie die Elemente (im Beispiel handelt es sich um eine Wegleuchte, welche aus Stützen modelliert wurde).

  2. Speichern Sie die aktivierten Elemente im Menü Ablage / GDL-Objekte / Auswahl sichern als... / Geländer-Pfosten.

3. Geländer auf Freifläche erstellen

Als letzten Schritt wird das Geländer assoziativ auf die Freifläche erstellt:

  1. Öffnen Sie die Geländer-Grundeinstellung.

  2. Löschen Sie sämtliche Elemente. Aufgrund der bereits korrekt vorgezeichneten Segmentierung, benötigen Sie für diesen Schritt nur Pfosten.

  3. Weisen Sie dem Pfosten das neu erstellte GDL-Element zu, im Beispiel ist es die Wegleuchte, welche zuvor gespeichert wurde.

  4. Bestätigen Sie mit OK.

  5. Zeichnen Sie das Geländer auf dem Gelände auf. 
    Wichtig: Die Freiflächen-Linie muss zwingend beim Start- und Endpunkt des Geländers blau erscheinen, damit das Geländer assoziativ zur Freifläche erstellt wird!

  6. Setzen Sie das Geländer mit zwei Klicks ab.

Hinweis: 
Sollte aufgrund von Kreuzungspunkten oder ungewünschten Punkten ein Element zuviel platziert worden sein, können Sie das löschen, indem Sie die Segmente aufteilen:

  • Aktivieren Sie das Geländer.
  • Klicken Sie rechts und wählen Sie Unabhängige Segmente und Knoten erstellen aus dem Kontextmenü.
  • Gehen Sie dann in den Bearbeiten-Modus, aktivieren Sie das Element und löschen Sie es.

Tipps & Tricks zum Geländer

TechInfo Apr 2024  

Glasgeländer   

TechInfo Aug 2021  

Gurtabschluss  

TechInfo Aug 2020  

Treppe mit Geländer  

Workshop Mai 2022  

Geländer statisch 

  

 

 

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