El Poblenou | Ein lebendiges Modell | ETH Zürich

Ein Modell. 300 Studierende der ETH Zürich. ArchiCAD Teamwork.

300 Studierende. Ein Quartier in Barcelona. Und eine Aufgabe, die auf den ersten Blick fast unmöglich klingt.

 

ARCHICAD TEAMWORK BIMCLOUD

Wer schon einmal mit mehreren Personen an einem Projekt gearbeitet hat, kennt den Moment, in dem Zusammenarbeit plötzlich anstrengend wird. Dateien wandern hin und her, Bearbeitungsstände verändern sich, Rückfragen häufen sich und irgendwann weiss niemand mehr ganz sicher, welche Version eigentlich die richtige ist.

 

An der ETH Zürich wurde genau diese Herausforderung bewusst gross gedacht. Über 300 Architekturstudierende arbeiteten am Quartier El Poblenou in Barcelona. 

 

Nicht in voneinander gelösten Einzelarbeiten, sondern auf einer gemeinsamen Grundlage. Jede Gruppe bekam einen Block des Quartiers und modellierte ihn anhand des Google-Maps nach. Aus den einzelnen Teilmodellen entstand ein gemeinsames digitales Kontextmodell, das später im 3D-Druck umgesetzt wurde. 

Teamwork, aber richtig

Möglich wurde diese Form der Zusammenarbeit mit ArchiCAD Teamwork und der BIMcloud.

Sie schufen die technische Basis dafür, dass viele Studierende gleichzeitig arbeiten konnten, ohne sich gegenseitig zu blockieren oder den Überblick zu verlieren. 

 

Jonathan Benhamu, Dozent an der HYTAC, ETH Zürich, beschreibt den Anspruch dahinter sehr schlicht: «Die Technologie muss uns unterstützen. Die Technologie muss uns entlasten. Damit wir unsere Zeit mit Skizzieren, Entwerfen und Diskutieren verbringen können.» Genau darin liegt die Stärke des Projekts. 

 

Die Software stand nicht im Vordergrund, sondern ermöglichte etwas,

das in dieser Grössenordnung sonst kaum machbar gewesen wäre. Die Studierenden arbeiteten parallel in über 100 Teamwork-Dateien an ihren jeweiligen Bereichen. 

 

Durch die regelmässige Aktualisierung des Gesamtmodells, konnte der Dozent jederzeit den Projektfortschritt nachvollziehen.

 

Sie haben gezeigt, wie Zusammenarbeit aussehen kann, wenn Technik nicht im Weg steht, sondern den Prozess trägt. Und für die Studierenden war es mehr als eine Übung. 

Für viele war es vermutlich der erste echte Kontakt mit einer Arbeitsweise, die in Architekturbüros längst Alltag ist.

 

Man modelliert nicht einfach für sich allein, sondern arbeitet in einem System, in dem jede Entscheidung Auswirkungen auf das Ganze hat. Das verlangt Sorgfalt, Abstimmung und ein Verständnis dafür, dass Planung nicht nur aus Entwurf besteht, sondern auch aus Organisation.

Wenn aus Daten ein Quartier wird

Besonders greifbar wurde das bei der ortsunabhängigen Zusammenarbeit, Chiara Insalata (Studentin) bringt es auf den Punkt: «Was ich noch toll finde, ist, dass wir mit dieser Teamwork-Datei eigentlich von überall her arbeiten konnten, solange man Internet hatte.» 

 

Ob Zürich, Bern, Lausanne, Basel oder Barcelona – entscheidend war nicht der Ort, sondern der gemeinsame Zugriff auf dieselbe Grundlage. Am Ende blieb das Modell nicht digital. 

 

Aus den Daten wurde ein physisches Stadtmodell im Massstab 1:200, 114 Meter lang und vier Meter breit. 

 

Was vorher auf Bildschirmen entstanden war, lag plötzlich im Raum: ein Quartier, zusammengesetzt aus vielen einzelnen Arbeiten, getragen von einer gemeinsamen Struktur. 

 

Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Projekts: ArchiCAD Teamwork und BIMcloud haben hier nicht einfach ein grosses Modell möglich gemacht. 

Sie haben gezeigt, wie Zusammenarbeit aussehen kann, wenn Technik nicht im Weg steht, sondern den Prozess trägt. 

 

Es war ein früher Einblick in eine Arbeitsweise, die sie in der Praxis wieder begleiten wird: gemeinsam planen, sauber koordinieren und verstehen, dass ein gutes Modell nie nur aus Geometrie besteht, sondern immer auch aus Menschen, die daran arbeiten.