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Mac,
Win Win 64bit
AC17
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AC21
ID-Nr. 1206
Dat. 02.04.14

Modellieren mit 3D-Elementen

Um ein Gebäude korrekt exportieren zu können, müssen Sie es richtig modellieren. Beim Export werden grundsätzlich nur 3D-Bauteile berücksichtigt! Als 2D-Elemente werden lediglich Anmerkungen und Beschriftungen übernommen, welche in einem Element eingetragen sind. Folglich ist es empfehlenswert, möglichst alle Informationen, wie z.B. Brandschutz- oder U-Werte in den 3D-Elementen zu speichern. So können diese Informationen auch in den Auswertungen aufgelistet und elementgebunden an den Empfänger ausgegeben werden.

 

Zusammengefasst: Verwenden Sie keine 2D-Werkzeuge! Denn Linien, Schraffuren, Beschriftungen etc. besitzen keine IFC-Elementeigenschaften und können somit nicht ausgegeben werden.

 

Beim Modellieren in ArchiCAD stehen Ihnen verschiedene Einstellmöglichkeiten zur Verfügung, welche Sie bereits beim Erstellen beachten sollten. Nur so kann ein korrekter Export gewährleistet werden. Benutzen Sie die Suchen&Aktivieren-Funktion, um nachträglich an mehreren Bauteilen gleichzeitig Anpassungen vorzunehmen.

Baustoffe:

Baustoffe

Verwenden Sie Baustoffe, um eine korrekte Verschneidung der Elemente zu erreichen. Die wichtigste Einstellung hier ist die Verschneidungspriorität. Lesen Sie mehr zum Thema in der Kurzhilfe Baustoffe, wenn Sie mit dem Thema noch nicht vertraut sind.

Mehrschichtige Bauteile:

Mehrschichtige Bauteile

In den mehrschichtigen Bauteilen müssen Sie den Schichten einen Komponententyp zuweisen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

  • Kern: Grundsätzlich der tragende und wichtigste Teil eines Aufbaus (tragende Mauerschicht, Betondecke etc.).
  • Bekleidung: Verputz, Holzschalung, Verkleidung, Beläge etc.. Die Bekleidung kann in der Strukturdarstellung ausgeblendet werden.
  • Andere: Unter Andere versteht man alles, was weder Kern noch Bekleidung ist. Also zB. Dämmungen, Unterlagsboden, Hinterlüftungsschichten etc..

Weitere Informationen finden Sie in der Kurzhilfe Mehrschichtige Bauteile.

Profil-Manager:

Profil-Manager

Nehmen Sie die Einstellungen auch im Profil-Manager vor, falls Sie in Ihrem Projekt Profile erstellt haben. Definieren Sie da die Schichten als Kern, Bekleidung oder Andere.

 

Wozu dienen diese Einstellungen?

Bauteile können über die Strukturdarstellung in Ihrem Plan unterschiedlich dargestellt und in Ihren Ausschnitten so gespeichert werden. So können Sie für bestimmte Pläne nur die tragenden Elemente (Kern) anzeigen oder Verputzschichten und Verkleidungen ausblenden.

Allgemeine Werkzeugeinstellungen

Tragend / nicht tragend:

Definition tragend/nicht tragend

In den Werkzeugeinstellungen eines Elementes stellen Sie im Register Kennzeichen und Kategorien ein, ob ein Element tragend oder nicht tragend ist. Die Einstellung ist ebenfalls für die Strukturdarstellung wichtig. So können Sie beispielsweise für den Ingenieur Nur der Kern der tragenden Elemente exportieren.

 

⇒ Diese Einstellungen sind übergreifend für die Konstruktionswerkzeuge identisch.

Lage:

Lage

Da ArchiCAD nicht selbst festlegen kann, ob ein Element aussen oder innen liegt, müssen Sie diese Information den Elementen jeweils mitgeben. Für beispielsweise Innenwände oder innenliegende Stützen defineren Sie Innen, für Aussenwände oder Dächer nehmen Sie Aussen.

Tipp:

  • Beachten Sie, dass für einen IFC-Austausch die Gebäudehülle geschlossen sein muss.
  • Alle abschliessenden Gebäudeteile müssen stets mit der Lage Aussen definiert werden, so dass das Gebäude von Aussen-liegenden Elementen umschlossen wird.

Element-Klassifizierung:

Element-Klassifizierung

Die Standard-Einstellung für die Element-Klassifizierung ist ArchiCAD-Typ. Diese Einstellung ist soweit in Ordnung, wenn Sie die Element-Werkzeuge gemäss ihrem Verwendungszweck einsetzen. Zum Beispiel Wände mit dem Wandwerkzeug, Stützen mit dem Stützenwerkzeug etc.. Dann werden die Elemente mit ihrer von ArchiCAD zugewiesenen Klassifizierung exportiert.

 

Nun gibt es jedoch Situationen, in welchen Sie Ihre Werkzeuge für andere Elemente einsetzen. Sie zeichnen beispielsweise..

  • ..ein Geländer oder ein Handlauf mit dem Wandwerkzeug..
  • ..ein Unterzug mit dem Deckenwerkzeug...
  • ..eine Rampe mit dem Dachflächenwerkzeug
  • ..etc.

Um das Element nun trotzdem mit der korrekten Klassifizierung auszugeben, ändern Sie die Einstellung von ArchiCAD-Typ auf das richtige Element, welches Sie in der Liste auswählen können (siehe Screenshot).

IFC-Eigenschaften:

IFC-Eigenschaften

Neben den Klassifizierungen können Sie im Register IFC-Eigenschaften (IfcFooting) noch mehr spezifische Zuweisungen vornehmen. Beispielsweise können Sie für ein Deckenelement, welches als Fundament klassifiziert wurde unter anderem die weiteren Typen Punkt-, Streifenfundament und weitere wählen.

 

Anmerkung:

Je nach Austauschprogramm kann es sein, dass Sie für Dächer und Decken die Element-Klassifizierung oder nur die IFC-Eigenschaften einstellen müssen. Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert, dass Sie zuerst die Element-Klassifizierung einstellen und dann die weiteren Einstellungen unter IFC-Eigenschaften vornehmen.

IFC-Eigenschaften verwalten:

IFC-Eigenschaften verwalten
..hinzugefügte Eigenschaften (Werkzeugfenster)

Es können alle Bauelemente IFC-Parameter aufnehmen und übergeben. Um weitere Parameter und Eigenschaften hinzuzufügen, begeben Sie im Abschnitt "Kategorien und Eigenschaften" in das Kapitel der "IFC Sachmerkmale". Scrollen Sie nun ganz nach unten, dort werden Sie die Schaltfläche "IFC Sachmerkmale verwalten" vorfinden. Im Dialogfenster setzen Sie für die gewünschten Werte jeweils ein Haken. Die wichtigsten Werte sind:

  • AcousticRating (Schallschutz)
  • FireRating (Brandschutz)
  • ThermalTransmittance (U-Wert)

Nach der Bestätigung sind diese Werte auch im Werkzeug verfügbar und können wie normale ArchiCAD-Parameter verwendet werden.

Spezifische Projekt- und Elementeinstellungen

Einfach gesagt: Modellieren Sie Ihr Projekt in ArchiCAD so, wie es in Realität gebaut würde. Das ist eine Philosophie, welche ArchiCAD schon seit jeher verfolgt und verbessert. Benutzen Sie hierfür die vorhandenen 3D-Werkzeuge. Für nicht eindeutig zuordnungsbare Fälle ändern Sie die Klassifizierung eines Elementes.

 

⇒ Beachten Sie dabei die hier aufgeführten Projekt- und elementspezifischen Einstellungen.

Gemeinsamer Projekt-Ursprung:

Gemeinsamer Projekt-Ursprung

Damit der Austausch zwischen den Modellen der unterschiedlichen Gewerke problemlos funktioniert, ist es wichtig, dass mit einem gemeinsamen Projekt-Ursprung gearbeitet wird. Da oft das Architekturmodell als Referenz für die weiteren Modelle genutzt wird, sollten Sie folgendes bei der Wahl des Projekt-Ursprungs beachten:

  • Das Projekt sollte im ersten Quadranten liegen, damit nur positive Zahlen für die Koordinaten des Projektes entstehen.
  • Das Projekt sollte nicht weit weg vom Ursprung modelliert werden (z.B. Schweizer-Koordinaten), da viele Softwarelösungen grosse Zahlenräume nicht verarbeiten können.

Geschoss-Einstellungen:

Geschoss-Einstellungen

Die Definition bezüglich Anzahl und Höhe der Geschosse eines Projektes sollte möglichst früh erfolgen. Wenn zu Beginn des Projektes nicht eine Planungsgruppe aus den unterschiedlichen Disziplinen die Geschosse definiert, sollte die Geschosswahl des Architekten für die anderen Disziplinen als Grundlage gelten. Dabei sollte folgendes beachtet werden:

  • Das Erdgeschoss wird auf der Z-Koordinate 0.00 modelliert und nicht auf der effektiven Meereshöhe (m.ü.M.).
  • Es sollten keine Geschosse für zusätzliche 2D-Zeichnungen oder alternative Varianten des Projektes erstellt werden.

Geschossweise modellieren:

Da jedes Element einer IFC-Datei einem Geschoss zugeordnet wird, ist es wichtig, dass diese geschossweise modelliert werden. Achten Sie darauf, dass z.B. Wände oder Stutzen nur dann über mehrere Geschosse modelliert werden, wenn diese als ganzes Element auf der Baustelle gebaut werden. Da dies nur in Ausnahmesituationen der Fall ist, sollten Sie Wände und Stützen grundsätzlich geschossweise modellieren. Auch hier gilt also wieder der Grundsatz, dass man modelliert wie man später baut.

Wände:

Raumvolumen reduzieren
Vormauerung als abgezogenes
Raumvolumen

Zeichnen Sie mit mehrschichtigen Bauteilen. Die Bauteile müssen lediglich miteinander kollidieren, damit ArchiCAD eine korrekte Verschneidung erstellt.

Ändern Sie gegebenenfalls die Klassifizierung von Wänden auf Möbel, wenn Sie beispielsweise Kücheneinrichtungen mit dem Wandwerkzeug zeichnen.

 

Achten Sie bei halbhohen Wänden (z.B. Installationswände in Nasszellen) darauf, dass keine Raumstempel-Begrenzungen definiert sind, sondern dass diese das Raumvolumen verringern. Siehe Screenshot.

Mehrschichtige Wände:

Mehrschichtstruktur mit Verputz

Um das reale Raumvolumen angeben zu können, müssen Sie Ihre mehrschichtigen Bauteile mit Putz (oder anderen Bekleidungen) definieren. Sie können diese über die Strukturdarstellung ausblenden, wenn Sie diese nicht sehen möchten oder den Rohbau vermassen.

 

Warum?

Ein Raum kann seine flankierenden Wände, Türen, Fenster und benachbarten Räume nur dann finden, wenn dieser an die Wand stösst. Der Raum verliert die Verbindung zur Wand, wenn Sie ihn um die Putzstärke zurückziehen!

Decken:

Baustoff-Verschneidungen

Wir empfehlen Ihnen, die Decken getrennt vom Bodenaufbau zu zeichnen. Nur dann können Sie die Oberflächenmaterialien separat für verschiedene Räume steuern. Ausserdem erlaubt die Arbeitsweise auch ein getrennter Export für Bodenaufbau und Massivdecke. In Räumen, welche den gleichen Bodenaufbau besitzen, kann der Unterlagsboden ungeachtet der Wände durchgehend gezeichnet werden. Aufgrund der Baustoffprioritäten verschneidet ArchiCAD die Wände korrekt mit den Decken, was automatisch zu einer korrekten Schnittdarstellung führt.

 

Abgehängte Decken zeichnen Sie idealerweise ebenfalls getrennt von der Massivdecke. Auch hier können Sie ein getrennter Export vornehmen, indem Sie ihr die Klassifizierung Abgehängte Decke zuweisen.

Räume:

Räume im 3D
Raumflächen-Begrenzung

Für den IFC-Export sind Räume sehr wichtig. Platzieren Sie diese wenn immer möglich im automatischen Modus. Manuell erstellte Räume müssen zwingend immer die angrenzenden Wände berühren.

 

Verwenden Sie raumtrennende Linien, wenn Räume nicht durch Wände getrennt werden. Hierzu gibt es in allen Linienwerkzeugen den Haken Raumflächen-Begrenzung.

 

Hinweis: Vor dem Export sollten Räume zwingend aktualisiert werden. Menü Ändern / Räume aktualisieren.

Fenster & Türen:

Brandschutzwert eintragen
Verknüpfte IFC-Eigenschaften

Wie weiter oben beschrieben wurde, sollten Sie möglichst keine 2D-Informationen im Plan eintragen. Fügen Sie Zusatzinformationen stattdessen direkt im jeweiligen Element ab, damit die Informationen im IFC mitausgegeben werden. Mittels Etiketten können Sie praktisch alle Elementbezogenen Informationen einfach und schnell im Grundriss einblenden.

 

Folgend ein Beispiel anhand Türeinstellungen mit verknüpften Brandschutzwerten:

  • Öffnen Sie die Einstellung der Tür(en).
  • Im Untermenü Kategorien und Eigenschaften können verschiedene Kennzahlen definiert werden. Unter anderem der Brandschutz-Wert.

Hinweis: Die hier eingetragenen Werte werden automatisch in die IFC-Eigenschaften übertragen. In der IFC-Verwaltung sehen Sie, welche Werte Verknüpft werden.

Bruttogeschossflächen BGF:

Gebäudevolumen als Morph

Verwenden Sie das Morph-Werkzeug, um Bruttogeschossflächen (BGF) und Bruttorauminhalte (BRI) zu berechnen. Modellieren Sie die Aussenkubatur des Gebäudes, in den Auswertungen können Sie das Morph-Element dann geschossweise oder gesamt ausgeben.

 

Warum keine zusätzlichen Räume?

Wenn mehrere Räume übereinander platziert werden, wissen die Elemente nicht, wozu sie gehören. Ein Tür kann angeben, von welchem in welchen Raum sie schlägt. Wenn nun weitere Räume darüber liegen, kann die Auswertung fehlerhaft sein.

Gelände und Umgebung:

Freifläche mit 3D-Aushub

Modellieren Sie das Gelände mit dem Freiflächenwerkzeug. Sie können das Gelände dann ebenfalls mit IFC exportieren. Beachten Sie dabei, dass die Element-Klassifizierung des ArchiCAD-Typs einer Freifläche nicht einem Gelände entspricht. Damit die Freifläche als Gelände exportiert wird, weisen Sie der Freifläche den Typ Geländegeometrie zu. Es sollte in dem Geschoss modelliert werden, wo sich der Haupteingang zu Ihrem Modell befindet (üblicherweise im Erdgeschoss).

Ausserdem steht für Keymember-Kunden die Aushub- und Geländepalette der Swiss Tools zur Verfügung, mit welcher Sie direkt im 3D-Fenster einen Aushub erstellen und berechnen können.

Empfängerabhängige Darstellung

Je nach Empfänger, für welchen Sie Ihr Modell exportieren, sind unterschiedliche Bereiche des 3D-Gebäudemodells wichtig. So ist es für den Ingenieur nicht interessant, ob ein Raum als Reduit oder als Bad beschriftet ist. Für den Lüftungsplaner ist diese Information jedoch zwingend notwendig.

 

⇒ Folgend einige Beispiele, wie Sie Ihr Gebäudemodell für den Export optimieren können.

Elemente in 3D filtern & schneiden:

Elemente in 3D filtern & schneiden

Um ein IFC-Modell für verschiedene Disziplinen auszugeben, sollte das 3D-Modell so vorbereitet werden, dass der Empfänger nur das erhält, was er auch braucht:

  • Im Menü 3D / Elemente in 3D filtern & schneiden können bestimmte Bereiche aus- oder eingeblendet werden. Beispielsweise Fenster, Türen, Räume.
  • Diese Einstellung hat nur Auswirkungen auf die 3D-Darstellung.
  • Die Filterung kann in einem Ausschnitt gespeichert werden. Erstellen Sie für die verschiedenen Disziplinen 3D-Ausschnitte mit unterschiedlichen Darstellungen des Gebäudes.

Strukturdarstellung:

Strukturdarstellung
  • Über die Strukturdarstellung können nicht benötigte Bereiche ausgeschaltet werden.
  • Im Menü Verwaltung / Strukturdarstellung (oder alternativ in den Schnelloptionen) wählen Sie Nur der Kern der tragenden Elemente. So können Sie Bekleidungen, Verputz oder Dämmungen ausblenden, um beispielsweise ein Modell für den Ingenieur vorzubereiten.

Ebenen:

Ebenenkombination

Nach dem Prinzip WYSIWYG (What You See Is What You Get) blenden Sie auch im Ebenen-Fenster alle nicht benötigten Elemente aus. Möblierungen, welche für die Gestaltungsplanung oder Visualisierung verwendet werden, können für die meisten Disziplinen ausgeschaltet werden.

  • Tipp: Erstellen Sie für die verschiedenen IFC-Modelle separate Ebenenkombinationen.

Für detaillierte Informationen zum Thema IFC lesen Sie die oben verlinkten Kurzhilfen zum Thema IFC. Diese decken alle relevanten Themenbereiche von allgemeinen Informationen, über Im- und Export bis zu den detaillierten Filteroptionen ab.