Carlos Martinez Architekten AG

Fabian Meier und Raffaele Falivena

Die Carlos Martinez Architekten AG aus Berneck (Kanton St. Gallen) hat im Zuge ihrer immer komplexeren Projekte auf Archicad umgestellt. Doch dieser Wechsel war nur der Anfang, er läutete weitergehende Veränderungen ein.

 

 

 

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Interview

Mehr als nur ein CAD-Wechsel

Das aufstrebende Architekturbüro blickt auf ein starkes Wachstum in den letzten Jahren zurück – acht Mitarbeitende waren es vor fünf Jahren, nun ist die Belegschaft dreimal so gross. 2010 bezog das Büro ein neues Domizil. Fabian Meier hat diese rasante Entwicklung miterlebt und auf der Ebene des CAD-Systems erheblich mitgeprägt – er ist schon seit seiner Lehre CAD-Verantwortlicher des Büros, und bei brennenden CAD-Fragen übernimmt er die Rolle des «Helpdeskers» oder «Troubleshooters». Seit dem Wechsel auf ARCHICAD hat die Belastung durch diese Zusatzaufgabe insgesamt abgenommen, wie Fabian Meier erfreut feststellt: «In ARCHICAD ist die Bedienung so intuitiv, dass es viel weniger programmspezifische Fragen gibt. Viele der neuen Mitarbeitenden kennen das Programm bereits, womit sich die Begleitung bei der Einarbeitung weitgehend auf das Vermitteln der bürointernen Zeichenstandards beschränkt.»

Grössere Projekte als Auslöser

Den Entscheid, auf ARCHICAD zu wechseln, fällte die Geschäftsleitung in jener Phase, als die Planungsarbeiten rund um das Kurhaus Oberwaid in St.Gallen auf Hochtouren liefen und als nächstes die Detailplanung der Erweiterung des Säntisparks in Abtwil anstand. «Nach diesen Kurhaus-Erfahrungen wagten wir einen ‚Kaltstart‘ im ARCHICAD und gingen den Säntispark im neuen System an, obwohl wir wussten, dass wir noch nicht soweit sind, um alle Programm-funktionen nutzen zu können», berichtet GL-Mitglied Raffaele Falivena und erläutert: «Wir hatten schlicht die Zeit nicht, um alles so einzurichten und vorzubereiten, wie es eigentlich sein müsste! Aber dieses Grossprojekt deswegen im alten Programm anzugehen, erschien uns dennoch nicht als sinnvoll.» Das Säntispark-Projekt war so vielschichtig und umfassend, dass gleich zwei Teams parallel zueinander arbeiteten: Die eine Gruppe plante die Anpassungen am bestehenden Gebäude sowie die Verbindungen zur Erweiterung in Massivbauweise, während die andere Gruppe den neuen Holzbautrakt entwickelte. Dazu gehörte auch die Realisierung eines 1:1-Modells, um das in 3D mit Varianten entwickelte Standard-Hotelzimmer für den Neubau auf Herz und Nieren auszutesten. «Dieses Modul stand während drei Monaten auf dem alten Hotelteil und konnte von den Gästen in dieser Zeit wie jedes andere der 70 bestehenden Zimmer gebucht werden. Einfach mit der ‚Einladung‘, dass sie doch bitte eine spezifische Rückmeldung aus Benutzersicht geben mögen», skizziert Raffaele Falivena diese unkonventionelle, aber auch sehr spannende und zielführende Zwischenphase im Planungsprozess. So konnten die Bedürfnisse der verschiedenen Hotel-Nutzergruppen (Business, Reha/Sport, Familien/Freizeit) praxisbezogen abgeglichen werden. Die 66 Zimmermodule im Neubauteil fertigte ein Holzsystembauunternehmen, da musste jedes noch so kleine Detail vor Ausführungsbeginn durchgedacht und millimetergenau gezeichnet sein. Denn die CAD-Daten aus ARCHICAD dienten als Grundlage für das 3D-System des Holzbauers, aus dem die Zuschneidemaschinen angesteuert werden.

Als in Abtwil die Säntispark-Baustelle startete, hatte Fabian Meier den internen CAD-Leitfaden mit den Säntispark-Erfahrungen ergänzt sowie die Teamfunktionen und den BIM-Server eingerichtet – so dass das Büro für alle weiteren Projekte die Qualitäten von ARCHICAD in voller Tiefe ausschöpfen kann. Die Gedanken dazu machte er sich im Säntispark Musterzimmermodul. Denn dieses kam nach der Testphase von Abtwil nach Berneck und steht nun vor dem Architekturbüro, welches sie seither als Kreativraum nutzen. Vom individuellen Tagesgeschäft und dem persönlichen Arbeitsplatz losgelöst, finden spezielle Ideen in dieser Umgebung einen besonders guten Nährboden. So nahm auch die Umstrukturierung des Büros von diesem Raum aus ihren Lauf – ihren Ursprung hat sie aber ganz woanders. «ARCHICAD hat uns mit seinen Strukturen und Abläufen indirekt aufgezeigt, in welchen Punkten wir unsere Büroorganisation optimaler gestalten und auf die heutige Betriebsgrösse anpassen könnten», stellt der CAD-Verantwortliche fest. Und Raffaele Falivena schmunzelt: «Ja, es ist tatsächlich sehr erstaunlich, was ein CAD-Wechsel alles auszulösen vermag!»

 

Roland Eggspühler, medienschaffender Architekt ETH SIA

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